der-zehnte


Königtum oder Gottes Herrschaft
Über das Zehntengeben und die Unterordnung

 

 

Vorwort des Verfassers Daniel Seidenberg


Der Leib Christi macht sich auf, Gott in dieser letzten Zeit neu zu begegnen indem er sein Angesicht und seinen Willen sucht. Durch sein Licht wird nun vieles in Frage gestellt, was lange als gesicherte Lehre galt. Diese kleine Schrift soll eine Hilfe sein zum richtigen Verständnis bezüglich dem Spenden von Geld und der Unterordnung in der Gemeinde. Dies sind zwei zentrale Schlüssel, zu denen wir Klarheit benötigen, um eine gesunde Gemeindeordnung zu haben. Durch die jahrhundertealte kirchliche Tradition wurden Christen mit falschen Lehren gebunden. Vieles davon hat auch in den Freikirchen Eingang gefunden und wird heute meist nicht mehr hinterfragt, sondern immer wieder neu als verbindliche Wahrheiten gelehrt. Da zu jeder, wenn auch noch so irrigen Lehre irgendwelche Bibelstellen zitiert werden, die man dann entsprechend auslegt, möchte ich hier vor allem die Schrift selber sprechen lassen. Aus der Fülle der Schriftworte ergibt sich so eine ausgewogene Gesamtschau,die keiner raffinierten Auslegung bedarf.
Daniel Seidenberg Steckborn, 7.4.2003


Seite 2
DER ZEHNTE
Zehnten und Opfer, eine neutestamentliche Ordnung?
Zehnten und Opfer sind heute ein fester Teil der Ordnungender meisten Freikirchen. Sie garantieren die notwendigen Einnahmen, aus denen die Kosten für das Gemeindelokal, das Gehalt des Pastors und die Abgaben an die Zentrale der Gemeindebewegung bezahlt werden. Mit Zehnten ist hier gemeint,der Gemeinde zu der man gehört, den zehnten Teil vom Einkommen zu bezahlen, mit Opfer die Kollekten. Da es im neuen Testament keine Schriftstellen gibt, die Zehnten und Opfer klar vorschreiben oder regeln, werden dazu die Vorschriften des alten Testaments herangezogen. Dabei wird der Tempel zur Gemeinde und die Priester werden zu Pastoren umgedeutet. Gestützt wird diese Auslegung auf eine Reihe von Bibelstellen, die deshalb in dieser Schrift untersucht werden.
Der Zehnte vor dem Gesetz, in der Zeit der Patriarchen
Zur Rechtfertigung eines neutestamentlichen Zehntengebots
wird angeführt, wie schon Abraham dem Melchisedek, der ein ild auf Jesus hin ist, den Zehnten gab. Dass Abraham, der Vater ller Gläubigen, auch den Zehnten gab, zeige, dass der Zhnte eine vom Gesetz unabhängige, ewige Ordnung sei.1. Mose 14, 18. Aber Melchisedek, der König von Salem,
brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester
Gottes, des Allerhöchsten. 19. Und er segnete ihn und
sprach: Gesegnet sei Abram vom allerhöchsten Gott, dem
Besitzer des Himmels und der Erde. 20. Und gelobt sei
Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert
hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
Melchisedek segnete Abraham nach seinem Sieg über die Könige. Dieser gibt ihm daraufhin spontan den Zehnten von seiner Beute. Dieser Vorgang ist aber einmalig. Wir lesen nie mehr, dass Abraham bei anderer Gelegenheit jemandem von irgendetwas den Zehnten gab. Auch wurde das, was Abraham bei dieser Gegenheit tat, später in der Zeit des Gesetzes nicht entsprechende Praxis. Als die Kinder Israel unter Mose die
Midianiter besiegten, machten auch sie viel Beute. Diese
wurde aufgeteilt und danach ein Anteil dem Herrn gegeben.
Dieser betrug aber nicht 10 Prozent, sondern für diejenigen, die
nicht gekämpft hatten, lediglich 2 Prozent und für die Krieger
sogar nur 2 Promille, also 50 mal weniger als den Zehnten!
4. Mose 31, 28. Du sollst aber dem HERRN eine Steuer erheben
von den Kriegsleuten, die ins Feld gezogen sind, eine
Seele von je fünfhundert, (2 Promille) von Menschen, Rindern,
Eseln und Schafen. 29. .. und es Eleasar, dem Priester,
geben, zum Hebopfer für den HERRN. 30. Aber von
der Hälfte der Kinder Israel sollst du von je fünfzig ein
Stück (2 Prozent) nehmen, von Menschen, Rindern, Eseln
und Schafen, von allem Vieh, und sollst es den Leviten geben.
Wir können aus diesem Beispiel leicht ersehen, dass es in
Israel auch unter dem Gesetz nicht Brauch wurde, wie Abraham
aus der Kriegsbeute den Zehnten zu geben. Zudem wird
dieser Vorgang im Neuen Testament ausschliesslich geistlich
gedeutet.
Hebräer 7, 1. Denn dieser Melchisedek - König zu Salem,
Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenkam,
als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte,
und ihn segnete, 2. dem auch Abraham den Zehnten
von allem gab,.. 3.... der ist mit dem Sohne Gottes verglichen
und bleibt Priester für immerdar
Dieser Abschnitt umfasst ein ganzes Kapitel. Trotzdem enthält
er keinen einzigen Vers, der darüber spricht, dass wir im Neuen
Bund den Zehnten geben sollen. Herausgestrichen wird
vielmehr, dass Jesus unser ewiger Hohepriester ist.
Hebräer 8, 1. Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagten,
ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der zur
Rechten des Thrones der Majestät im Himmel sitzt...
Die nächste Erwähnung findet der Zehnte bei Jakob, als er vor
seinem Bruder Esau in die Fremde floh.
1. Mose 28, 20. Und Jakob tat ein Gelübde und sprach:
Wenn Gott mit mir sein und mich behüten will auf dem
Wege, den ich reise, und mir will Brot zu essen geben und
Kleider anzuziehen, 21. und mich wieder mit Frieden heim
zu meinem Vater bringt, so soll der HERR mein Gott sein;
22. und dieser Stein, den ich zur Säule aufgerichtet habe,
soll ein Haus Gottes werden, und von allem, was du mir
gibst, will ich dir den Zehnten geben!
Jakob macht Gott ein Gelübde: Wenn – dann. Erst nachdem
ihm Gott alles gegeben hätte was er sich wünschte (das dauerte
bei Jakob zwanzig Jahre), versprach Jakob, ihm den Zehnten
zu geben. Jakob nennt ihn die Schrift immer dann, wenn es um
Israel nach dem Fleisch geht. Hier wird uns kein geistliches
Vorbild gezeigt, sondern ein Mensch, der in fleischlicher
Berechnung mit Gott einen Kuhhandel machen wollte.
Der Zehnte im mosaischen Gesetz und in den Propheten
Das christliche Zehntengeben wird eigentlich zur Hauptsache
vom mosaischen Gesetz abgeleitet. Dieses sei das Vorbild,
nach dessen Muster im Neuen Bund gehandelt werden solle.
Die Priester des Alten Bundes werden so im neuen Bund zu
Pastoren, der Tempel zur lokalen Gemeinde umgedeutet. In
diesem Denken entlarvt sich das unselige Klerus-Laien-
System der katholischen Kirche, das uns immer noch anklebt!
Im neuen Bund sind ja nicht einige Wenige gesalbte
Auserwählte und alle anderen nur gewöhnliche Menschen, wie
dies im alten Bund der Fall war. Vielmehr sind nun alle Glieder
des Leibes Christi Könige und Priester. Keiner ist heiliger
oder höher gestellt als seine Brüder und Schwestern. Somit ist
auch keiner irgend jemandem den Zehnten schuldig.
1. Petrus 2, 9. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht,
ein königliches Priestertum..
Wir möchten nun die Bibelstelle untersuchen, die am häufigsten
im Zusammenhang mit dem Zehnten zitiert wird.
Maleachi 3, 8. Soll ein Mensch Gott berauben, wie ihr mich
beraubet? Aber ihr fragt: «Wessen haben wir dich beraubt?
» Der Zehnten und der Abgaben! 9. Mit dem Fluch
seid ihr belegt worden, denn mich habt ihr betrogen, ihr,
das ganze Volk!
Die Auslegung dieses Verses hat wohl am meisten Unruhe und
Verunsicherung verursacht, denn sie enthält ja die Androhung
eines Fluches; damit lässt sich nicht spassen. Wir müssen also
ernstlich prüfen, ob wir im neuen Bund Zehnten und Abgaben
nicht doch immer noch schuldig sind. Diese Frage verunsicherte
schon Petrus. Jesus klärte ihn aber darüber auf, dass
Gott von seinen Kindern weder Steuern noch Abgaben einzieht.
Matthäus 17, 24. Als sie aber nach Kapernaum kamen,
traten die Einnehmer der [Tempel-]Steuer zu Petrus und
sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen?
25. Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat,
kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon,
von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die
Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? 26. Er
sagte: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: So sind
also die Söhne frei!
Christus hat ja die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, erfüllt.
Wir aber sollen als Söhne des neuen Bundes im S i n n u n d
Seite 3
Ge i s t der Torah leben, nicht nach deren Buchstaben.
Römer 10, 4. Denn Christus ist des Gesetzes Ende zur Gerechtigkeit
für einen jeden, der da glaubt.
Paulus warnt uns ernstlich, nicht wieder unter das Gesetz
zurückzukehren, eben weil wir so wieder unter dessen Flüche
geraten.
Galater 5, 1. Für die Freiheit hat uns Christus befreit; so
stehet nun fest und lasset euch nicht wieder in ein Joch der
Knechtschaft spannen! ... 4. Ihr seid losgetrennt von Christus,
die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt, ihr seid
aus der Gnade gefallen.
Die kirchliche Tradition hat den Sinn des Zehnten darauf
reduziert, Geld ins religiöse Getriebe zu bringen. Damit sollte
vor allem der Klerus (in der Gemeinde der Prediger) und die
Infrastruktur der Kirche (bzw. Gemeinde) unterhalten werden.
Betrachten wir jedoch die Vorschriften, die Gott in der Torah
durch Mose gab, ergibt sich ein viel differenzierteres Bild von
Zehnten und Opfer. Wer sich darin vertieft, stellt schnell einmal
fest, dass Zehnten und Opfer nicht einheitlich sind. Es gibt
jeweils viele verschiedene Zehnten, Abgaben und Opfer und
die Bestimmungen dazu füllen ganze Kapitel. Die genaue
Praxis ist aber trotzdem daraus nicht zu entnehmen. Die jüdischen
Quellen und Ueberlieferungen sprechen von 3 verschiedenen
Zehnten; einem für die Priester und Leviten, einem
Armenzehnten und einem Zehnten, der für die Feste des Herrn
reserviert war. Dies stellt jedoch kein gesichertes Wissen dar.
Sowohl die jüdischen als auch die christlichen Experten sind
sich aber darüber einig, dass die Abgaben für die Leviten und
Priester ein Aspekt sind, da dies eindeutig aus der Schrift
hervorgeht.
Zehnten und Opfer dienten nicht zuletzt auch dazu, Gemeinschaft
untereinander und mit Gott zu erleben. Dies erfüllte sich
in üppigen Fest-Mahlzeiten, die dabei eine ganz zentrale Rolle
spielten, denn im Orient bezeugt man seit jeher die gegenseitige
Wertschätzung mit gemeinsamen Mahlzeiten und bekräftigt
damit auch Bündnisse. So kam auch Melchisedek dem Abraham
mit Brot und Wein entgegen, also mit einer Mahlzeit.
Abraham bewirtete die drei Engel, von denen einer der Herr
selber war (1. Mose 18), und sie assen mit ihm. Im Anschluss
an dieses Essen erhielt Abraham sehr grosse Verheissungen.
Auch Paulus spricht über Gottes Tisch-Gemeinschaft mit uns
und legt sie in Bezug auf den Neuen Bund aus.
1. Korinther 10, 16. Der Kelch des Segens, den wir segnen,
ist er nicht Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Das Brot,
das wir brechen, ist es nicht Gemeinschaft mit dem Leibe
Christi? 17. Denn ein Brot ist es, so sind wir, die vielen, ein
Leib; denn wir sind alle des einen Brotes teilhaftig. 18. Sehet
an das Israel nach dem Fleisch! Stehen nicht die, welche
die Opfer essen, in Gemeinschaft mit dem Opferaltar?
Die grösste Erfüllung der Tisch-Gemeinschaft beim Opfer
finden wir folgerichtig im Passahmahl, das der Herr mit seinen
Jüngern einnahm, bevor er sich selber zum Opfer hingab.
Lukas 22, 13. Sie gingen hin und fanden es, wie er ihnen
gesagt hatte, und bereiteten das Passah. 14. Und als die
Stunde kam, setzte er sich zu Tische und die zwölf Apostel
mit ihm. 15. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich
verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. ...
Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen
und teilet ihn unter euch! 18. Denn ich sage euch, ich werde
hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks
trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist. 19. Und er
nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
meinem Gedächtnis! 20. ebenso auch den Kelch nach dem
Mahle und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem
Blute, das für euch vergossen wird.
Vor diesem Hintergrund ergibt sich nun auch ein ganz anderer
Zusammenhang, wenn wir lesen:
Maleachi 3, 10. Bringet aber den Zehnten ganz in das
Kornhaus, auf dass Speise in meinem Hause sei..
Das Wort Speise ist hier ein wichtiger Schlüssel zu einem
tieferen Verständnis. In den entsprechenden mosaischen Vorschriften
dazu, die viele Kapitel umfassen, ist nämlich immer
und immer wieder von Speise und vom Essen die Rede.
4. Mose 18, 8. Und der HERR sprach zu Aaron: ...9. Das
sollst du haben vom Hochheiligen, vom Feuer des Altars;
alle ihre Opfer samt allen ihren Speisopfern und Sündopfern
und Schuldopfern, die sie mir bringen, sollen dir und
deinen Söhnen hochheilig sein. 10. An einem hochheiligen
Ort sollst du es essen; was männlich ist, mag davon essen;
denn es soll dir heilig sein. 11... Wer in deinem Hause rein
ist, der soll davon essen.
Aber nicht nur die Priester, sondern auch derjenige, der Zehnten
oder Opfer brachte, ass davon. Jeweils zwei Jahre hintereinander
hatte der Israelit die Pflicht, den Zehnten vollständig
nach Jerusalem zu bringen, und ihn selber mit seiner Familie
und allen seinen Hausgenossen dort zu essen. Auch der Levit,
der in seinem Ort wohnte, war dazu eingeladen. Das Zehntengebot
war also die Aufforderung, Gott für seine Güte und
seinen Segen, den er durch die Ernte gegeben hatte, zu danken
und vor ihm mit allen Hausgenossen in der Stadt Gottes ein
grosses und fröhliches Fest zu feiern. Eingeladen waren dazu
auch die Leviten, die Witwen und Waisen, sowie die Fremdlinge
und Bedürftigen. Zehnten, Gelübde, Erstlinge und Opfer
waren verordnet als geheiligte Mahlzeiten und durften nirgends
anders als in Jerusalem stattfinden.
5. Mose 12, 17. Du darfst aber nicht in deinen Toren e s -
s e n von den Zehnten deines Korns, deines Mosts und deines
Öls, noch von der Erstgeburt deiner Rinder und deiner
Schafe, noch von irgend einem deiner Gelübde, die du gelobt
hast, noch von deinem freiwilligen Opfer, noch von
dem Hebopfer deiner Hand; 18. sondern vor dem HERRN,
deinem Gott, sollst du solches essen, an dem Ort, den der
HERR, dein Gott, erwählt hat, du und dein Sohn und deine
Tochter und dein Knecht und deine Magd und der Levit,
der in deinen Toren ist, und sollst fröhlich sein vor dem
HERRN, deinem Gott, über alles, was du dir mit deiner
Hand erarbeitet hast.
Auch in diesem Kapitel wiederholt sich die Aufforderung,
selber von den Zehnten zu essen und fröhlich zu sein vor dem
Herrn, denn er hat Freude an solcher Gemeinschaft mit uns.
Die Israeliten zogen also nach der Ernte nach Jerusalem, um
Gott zu preisen für den Ertrag, den er ihnen geschenkt hatte,
indem sie in seiner Gegenwart ausgiebig feierten, assen und
tranken. Jahr für Jahr. Es war also so etwas wie "heilige Ferien"
mit Gott. Dasselbe lesen wir in Bezug auf die Erstlinge.
5. Mose 15, 19. Alle männliche Erstgeburt, die unter deinen
Rindern und Schafen geboren wird, sollst du dem
HERRN, deinem Gott, heiligen. Du sollst den Erstling deiner
Ochsen nicht zur Arbeit brauchen und die Erstlinge
deiner Schafe nicht scheren. 20. Du sollst sie vor dem
HERRN, deinem Gott, essen, Jahr für Jahr, an dem Ort,
den der HERR erwählt, du und dein Haus.
Der Zehnte sollte jeweils nur einmal in drei Jahren vollständig
anderen zukommen, wobei auch da nicht nur der Levit als
Empfänger genannt wird, sondern auch Bedürftige wie Fremde,
Witwen und Waisen.
5. Mose 14, 28. Nach Verlauf von drei Jahren sollst du
den ganzen Zehnten deines Ertrages von jenem Jahre aussondern
und es in deinen Toren lassen. 29. Da soll dann
Seite 4
der Levit kommen, weil er weder Teil noch Erbe mit dir
hat, der Fremdling, das Waislein und die Witwe, die in
deinen Toren sind, und sie sollen essen und sich sättigen,
damit dich der HERR, dein Gott, segne in allen Werken
deiner Hände, die du tust.
Dass sich andere an dem sättigten, was ihnen der Zehnten-
Geber zukommen liess, war die Grundlage dafür, dass Gott ihn
segnete. Sicher segneten ihn auch die Empfänger, die diese
Gaben oft bitter nötig hatten, in Dankbarkeit, nachdem sie sich
satt gegessen hatten. Auch im dritten Zehnten-Jahr liegt die
Betonung auf dem gemeinsamen fröhlich sein.
5. Mose 26, 11. und sollst fröhlich sein ob all dem Guten,
das der HERR, dein Gott, dir und deinem Hause gegeben
hat, du und der Levit und der Fremdling, der bei dir ist.
Bemerkenswert ist auch, dass man die Zehnten der ersten
zwei Jahre in Jerusalem ass, die Zehnten des dritten Jahres
aber am eigenen Wohnort dem Leviten gab. Der Zehnte
von dem man selber ass, hatte also einen deutlich höheren
geistlichen Stellenwert als der Zehnte, der ausschliesslich
für die Leviten und Bedürftigen bestimmt war.
5. Mose 26, 12. Wenn du den ganzen Zehnten deines Ertrages
zusammengebracht hast im dritten Jahr, welches das
Zehntenjahr ist, so sollst du ihn dem Leviten, dem Fremdling,
dem Waislein und der Witwe geben, dass sie in deinen
Toren essen und satt werden.
Nachdem man dies alles getan hatte, bat man um den Segen,
aber nun nicht für sich selbst.
5. Mose 26, 15. Siehe herab von deiner heiligen Wohnung,
vom Himmel, und segne dein Volk Israel und das Land, das
du uns gegeben hast, wie du unsern Vätern geschworen
hast; das Land, das von Milch und Honig fliesst.
Solcherart wird der Gottesdienst im messianischen Friedensreich
sein. Es werden sehr viele Menschen aus allen Völkern
nach Jerusalem kommen, um gemeinsam das Laubhüttenfest
zu feiern. Um diese vielen Menschen überhaupt bewirten zu
können, wird jeder Topf in Juda benötigt werden. Aus gewöhnlichen
Kochtöpfen werden nun heilige Gefässe. In der
Tischgemeinschaft erfüllt sich so sichtbar die Gemeinschaft
mit Gott.
Sacharja 14, 16. Und es wird dazu kommen, dass alle Übriggebliebenen
von all den Nationen, die gegen Jerusalem
gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den
König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das
Laubhüttenfest zu feiern.... 20. An jenem Tage wird auf den
Schellen der Rosse stehen: «Heilig dem HERRN»; und die
Töpfe im Hause des HERRN werden sein wie die
Sprengbecken vor dem Altar. 21. Es wird auch jeder Topf
in Jerusalem und in Juda dem HERRN der Heerscharen
heilig sein, so dass alle, die da opfern wollen, kommen
werden und davon nehmen und darin kochen.
Der Herr liebt die Tischgemeinschaft mit den Menschen.
Darum wird er selber für sie in Jerusalem ein herrliches Festessen
bereiten.
Jesaja 25, 6. Und es wird der HERR der Heerscharen auf
diesem Berge allen Völkern ein Mahl bereiten, ein fettes
Mahl, ein Mahl von alten Weinen, von fetten, markigen
Speisen, von alten geläuterten Weinen. 7. Auch wird er auf
diesem Berge die Schleierhülle wegnehmen, die alle Völker
verhüllt, und die Decke, womit alle Nationen bedeckt sind.
8. Er wird den Tod auf ewig verschlingen. Gott der HERR
wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und die
Schmach seines Volkes von der ganzen Erde hinwegnehmen!
Ja, der HERR hat es verheissen. 9. Zu jener Zeit wird
man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft
haben, dass er uns Heil verschaffe; das ist der HERR, auf
den wir warteten; nun lasset uns frohlocken und fröhlich
sein in seinem Heil!
So erfüllt sich auch das wohlbekannte Psalmwort ganz praktisch.
Psalm 34, 9. Schmecket und sehet, wie freundlich der
HERR ist; wohl dem, der auf ihn traut! 10. Fürchtet den
HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben
keinen Mangel. 11. Junge Löwen leiden Not und Hunger;
aber die den HERRN suchen, müssen nichts Gutes entbehren.
Die Rolle des Geldes bei Zehnten und Opfer im alten Bund
Im Gegensatz zur heutigen Praxis spielt das Geld beim Zehnten
im alten Bund überhaupt keine Rolle. Auch bei den Opfern
wird es kaum erwähnt. Dem wird entgegengehalten, dass man
eben früher nur wenig Geld im Gebrauch hatte und mehr mit
Naturalien und Gütertausch hantierte. Der Zehnte sollte aber
ausdrücklich nicht mit Geld dargebracht werden, sondern mit
Nahrungsmitteln.
5. Mose 14, 24. Wenn dir aber der Weg zu weit ist, und du
es nicht hintragen kannst, weil der Ort, den der HERR, dein
Gott, erwählt hat, dass er seinen Namen daselbst hinsetze,
dir zu ferne ist (denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen),
25. so setze es in Geld um und binde das Geld in deine
Hand und geh an den Ort, den der HERR, dein Gott, erwählt
hat. 26. Und gib das Geld für alles, was deine Seele
gelüstet, es sei für Rinder, Schafe, Wein, starkes Getränk,
oder was sonst deine Seele wünscht, und iss daselbst vor
dem HERRN, deinem Gott, und sei fröhlich, du und dein
Haus. 27. Den Leviten aber, der in deinen Toren ist, sollst
du nicht vergessen; denn er hat weder Teil noch Erbe mit
dir.
Dass es eben bei Zehnten und Abgaben gerade nicht ums Geld
ging, sondern um die dankbare Gemeinschaft mit Gott, zeigt
sich hier am deutlichsten, denn das Geld aus dem Erlös des
Zehnten war zweckgebunden. Es musste nach der Ankunft in
Jerusalem wieder in Essbares zurück gewandelt werden. Eine
andere Verwendung, wie zum Beispiel das Einlegen in einen
Opferkasten, war gar nicht zulässig. Die Aufforderung, sich
das zu kaufen, worauf man selber Lust hatte (sogar Schnaps
wird hier erwähnt!), zeigt, dass es hier darum ging, mit Gott
ein grosses, fröhliches Fest zu feiern.
Liebeswerke - die Herrlichkeit des neuen Bundes
Wenn es also kein Gesetz gibt, das die Spenden im neuen Bund
klar regelt, wie sollen wir dann wissen, was Gott von uns
erwartet? Nun beruht ja der alte Bund auf Vorschriften, der
neue aber auf dem „Gesetz des Geistes“, also auf der Leitung
durch den Geist Gottes, der in uns wohnt. Wir können von den
Ordnungen der Torah vieles lernen, sollen aber nicht nach
dessen Buchstaben leben, sondern nach deren Sinn und Geist.
Um richtig unterscheiden zu können, sollten wir darum die
Prinzipien Gottes in diesen Fragen kennen, die er uns in der
Schrift offenbart. Gottes Anweisungen sind hier einfach und
leicht verständlich und machen uns den familiären Charakter
seiner Hausordnung deutlich: Zuerst sorgt man für seine nächsten
Angehörigen.
1. Timotheus 5, 8. Wenn aber jemand die Seinen, allermeist
seine Hausgenossen, nicht versorgt, der hat den Glauben
verleugnet und ist ärger als ein Ungläubiger.
dann für die Glaubensgeschwister und darüber hinaus für
andere Notleidende.
Galater 6,9. Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden;
denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir
nicht ermatten. 10. So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit
Seite 5
haben, an jedermann Gutes tun, allermeist an den Glaubensgenossen.
Römer 12, 13. Nehmet Anteil an den Nöten der Heiligen...
In diesen Werken erzeigt sich unser Glaube als echt.
In der Jerusalemer Urgemeinde war die Versorgung der Bedürftigen
ein fester Bestandteil der Gemeindeordnungen.
Apostelgeschichte 2,45. die Güter und Habe verkauften sie
und verteilten sie unter alle, je nachdem einer es bedurfte.
Dass diese tägliche „Armenpflege“ einen grossen Umfang
hatte, zeigt sich daraus, dass mehrere Diakone eingesetzt
werden mussten, um sie zu organisieren.
Apostelgeschichte 6, 1. In jenen Tagen aber, als die Zahl
der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen
die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung
übersehen wurden. 2. Da beriefen die Zwölf die
Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ziemt sich
nicht, dass wir das Wort Gottes verlassen, um bei den Tischen
zu dienen. 3. Darum, ihr Brüder, sehet euch nach
sieben Männern aus eurer Mitte um, von gutem Zeugnis,
voll [heiligen] Geistes und Weisheit; die wollen wir für diesen
Bedarf bestellen.
Sie folgten hierin dem Beispiel, das ihnen Jesus selber gegeben
hatte und seiner Lehre.
Lukas 12, 33. Verkaufet eure Habe und gebet Almosen!
Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der
nicht ausgeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine
Motte ihr Zerstörungswerk treibt.
Jesus betont, dass die Armenpflege und die Werke der Barmherzigkeit
ein wichtiger Gottesdienst sind.
Matthäus 25, 34. Dann wird der König denen zu seiner
Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters,
ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung
der Welt! 35. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt
mich gespeist; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich
getränkt; ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich
beherbergt; 36. ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich
bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht;
ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
. . 40. Und der König wird ihnen antworten und
sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt
einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir
getan!
Bereits im AT finden wir dieselbe Lehre.
Sprüche 19, 17. Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem
HERRN; und Er wird ihm seine Wohltat vergelten.
Dem Armen zu geben, bedeutet also Gott zu geben, der uns
dafür auch belohnt, wer sich aber der Not seines Nächsten
entzieht, kommt unter den Fluch.
Sprüche. 28, 27. Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel;
wer aber seine Augen verhüllt, wird viel verflucht.
Hiob 22, 9. Du hast Witwen leer fortgeschickt und die Arme
der Waisen zusammenbrechen lassen. 10. Darum liegst du
in Banden und hat Furcht dich plötzlich überfallen.
Jesaja nennt darum zwei Bedingungen für den Segen:
Bedrücke niemanden und entziehe dich nicht der Not deiner
Mitmenschen.
Jesaja 58, 6. Ist nicht das ein Fasten, wie ich es liebe: dass
ihr ungerechte Fesseln öffnet, dass ihr die Knoten des Joches
löset, dass ihr die Bedrängten freilasset und jegliches
Joch wegreisset, 7. dass du dem Hungrigen dein Brot
brichst und arme Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn
du einen Nackten siehst, du ihn bekleidest und deinem Fleische
dich nicht entziehst? 8. Alsdann wird dein Licht hervorbrechen
wie die Morgenröte, und deine Heilung wird
rasche Fortschritte machen; deine Gerechtigkeit wird vor
dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deine
Nachhut sein! 9. Dann wirst du rufen, und der HERR wird
antworten; du wirst schreien, und er wird sagen: Hier bin
ich!
Genau das lehrte Jesus auch:
Lukas 6, 36. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater
barmherzig ist. 37. Und richtet nicht, so werdet ihr nicht
gerichtet; verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt;
sprechet los, so werdet ihr losgesprochen werden! 38. Gebet,
so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes,
gerütteltes und überfliessendes Mass wird man euch in
den Schoss geben. Denn mit eben dem Masse, mit welchem
ihr messet, wird euch wieder gemessen werden.
Der Apostel Johannes fasst es so zusammen:
1. Johannes 4, 8. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht; denn
Gott ist Liebe.
1. Johannes 4, 16. Und wir haben erkannt und geglaubt die
Liebe, die Gott zu uns hat; Gott ist Liebe, und wer in der
Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
Jesus lehrte, dass unsere Liebeswerke den Menschen Gottes
Güte zeigen sollen.
Matthäus 5, 16. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten,
dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel
preisen. 17. Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen
sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin
nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Durch dieses Gesetz der Liebe wird auch das Gesetz Mose
mehr als nur erfüllt.
Jakobus 2, 13. Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen
den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit
aber rühmt sich wider das Gericht.
Paulus fordert deshalb die Gläubigen auf, dies zu praktizieren.
Insbesondere legte er den Christen aus den Heiden die Not der
Geschwister in Jerusalem aufs Herz, von denen sie ja auch das
Heil empfangen hatten. Die Mazedonier halfen dann auch
willig.
Römer 15, 26. Es hat nämlich Mazedonien und Achaja
(siehe Korintherbriefe) gefallen, eine Sammlung für die
Armen unter den Heiligen in Jerusalem zu veranstalten; 27.
es hat ihnen gefallen, und sie sind es ihnen auch schuldig;
denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil
erhalten haben, so sind sie auch verpflichtet, jenen in den
leiblichen zu dienen.
Paulus weist uns hier auf ein weiteres wichtiges Prinzip hin:
Denen, die uns mit den geistlichen Gütern (mit dem Wort)
dienen, sollen wir auch Anteil geben an unseren irdischen,
indem wir für ihren Lebensunterhalt sorgen.
Galater 6, 6. Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem,
der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern. 7. Irret euch
nicht; Gott lässt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch
sät, das wird er ernten. 8. Denn wer auf sein Fleisch sät,
wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist
sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten.
1. Korinther 9, 7. Wer zieht je auf eigene Kosten ins Feld?
Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von dessen
Frucht? Oder wer weidet eine Herde und nährt sich nicht
von der Milch der Herde? ... 11. Wenn wir euch die geistlichen
Güter gesät haben, ist es etwas Grosses, wenn wir von
euch diejenigen für den Leib ernten?... 13. Wisset ihr nicht,
dass die, welche die heiligen Dienstverrichtungen besorgen,
auch vom Heiligtum essen, und dass die, welche des
Altars warten, vom Altar ihren Anteil erhalten? 14. So hat
auch der Herr verordnet, dass die, welche das Evangelium
verkündigen, vom Evangelium leben sollen.
Paulus bezieht sich hier darauf, dass diejenigen, die im Tempel
Seite 6
dienten, jeweils einen Anteil an den Opfern bekamen was
einen wichtigen Teil ihres Lebensunterhaltes ausmachte. Gleicherweise
haben auch die, die um der Verkündigung des Wortes
Gottes Willen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, ein
Anrecht darauf, ihren Lebensunterhalt von denen zu empfangen,
denen sie mit dem Wort dienen. Paulus wusste aber auch,
dass diese Gaben für Gott wertlos sind, wenn sie nicht von
Herzen kommen. Er nahm deshalb zum Beispiel von den
Korinthern kein Geld für seinen Dienst an, weil er wusste, dass
sie unreif waren.
2. Korinther 11, 7. Oder habe ich Sünde getan, indem ich
mich selbst erniedrigte, damit ihr erhöht würdet, dass ich
euch unentgeltlich das Evangelium Gottes verkündigt habe?
8. Andere Gemeinden habe ich beraubt und von ihnen
Sold genommen, um euch zu dienen; und als ich bei euch
war und Mangel litt, bin ich niemand beschwerlich gefallen;
9. denn meinem Mangel halfen die Brüder ab, die aus
Mazedonien kamen; und in allem habe ich mich gehütet,
euch zur Last zu fallen, und werde mich ferner hüten.
Deshalb liess er sich nur von den armen Christen aus Mazedonien
unterstützen. Als diese dann zeitweise nicht dazu in der
Lage waren, arbeitete er lieber selber für seinen Lebensunterhalt,
als von den reichen Korinthern Geld anzunehmen.
Philipper 4, 10. Ich bin aber hoch erfreut worden im Herrn,
dass ihr euch wieder soweit erholt habt, um für mich sorgen
zu können; worauf ihr auch sonst bedacht waret, aber
ihr waret nicht in der Lage dazu. 11. Nicht Mangels halber
sage ich das; denn ich habe gelernt, mit der Lage zufrieden
zu sein, in welcher ich mich befinde... 14. Doch habt ihr
wohlgetan, dass ihr euch meiner bedrängten Lage annahmet.
15. Ihr wisset aber auch, ihr Philipper, dass im Anfang
des Evangeliums, als ich von Mazedonien auszog, keine
Gemeinde sich mit mir geteilt hat in die Rechnung der Einnahmen
und Ausgaben, als ihr allein; 16. ja auch nach
Thessalonich habt ihr mir einmal, und sogar zweimal, zur
Deckung meiner Bedürfnisse gesandt.
Dieses Geben ist die Frucht von Gottes Geist
Philipper 4, 17. Nicht dass ich nach der Gabe verlange,
sondern ich verlange darnach, dass die Frucht reichlich
ausfalle auf eurer Rechnung. 18. Ich habe alles [, was ich
brauche,] und habe Überfluss; ich bin völlig versorgt, seitdem
ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen habe, einen
lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott
wohlgefällig.
Eine weitere Ordnung Gottes sind die Erstlinge. Diese sind
dem Herrn heilig und gehören ihm.
Sprüche 3, 9. Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den
Erstlingen all deines Einkommens, 10. so werden sich deine
Scheunen mit Überfluss füllen und deine Keltern von Most
überlaufen.
Gott hat ausdrücklich verheissen, uns zu segnen, wenn wir
nach dieser Ordnung handeln. Die Erstlinge Gott zu geben,
bedeutet ihn zu ehren, indem wir ihm den Rahm oben abschöpfen,
anstatt den Topf zu leeren und ihm dann den Bodensatz zu
überlassen. Wer z.B. am Anfang des Monats etwas von seinem
Einkommen zur Seite legt, wird meist mehr geben, als der, der
bis zum Monatsende wartet um zu sehen, ob er für Gott noch
etwas übrig hat.
Doch lohnt es sich, noch einmal zu den Korinthern zurückzukehren,
die Paulus für recht fleischlich hält. Er lehrt sie hier
dieses Prinzip der Erstlinge, indem er ihnen rät, jeweils anfangs
der Woche Geld zur Seite zu legen.
1. Korinther 16, 1. Was aber die Sammlung für die Heiligen
anbelangt, so handelt auch ihr so, wie ich es für die
Gemeinden in Galatien angeordnet habe. 2. An jedem ersten
Wochentag lege ein jeder unter euch etwas beiseite
und sammle, je nachdem es ihm wohl geht; damit nicht erst
dann, wenn ich komme, die Sammlungen gemacht werden
müssen. 3. Wenn ich aber angekommen bin, will ich die,
welche ihr als geeignet erachtet, mit Briefen absenden, damit
sie eure Liebesgabe nach Jerusalem überbringen.
Er stellt ihnen zudem das Beispiel der mazedonischen Christen
vor Augen, denen das Geben ein echtes Bedürfnis war, worin
er das Werk Gottes sieht.
(Alle Zitate aus 2. Korinther nach Hoffnung für alle)
2. Korinther 8 1. Nun will ich euch berichten, was Gottes
Gnade in den Gemeinden der Provinz Mazedonien bewirkt
hat. 2. Obwohl die Christen dort wegen ihres Glaubens
viele Schwierigkeiten ertragen mussten, waren sie doch
voller Freude und haben trotz ihrer grossen Armut sehr viel
für andere gegeben. 3. Ich kann bezeugen, dass sie bereitwillig
gaben, was sie nur geben konnten und sogar mehr
als das. 4. Dabei brauchte ich um ihre Spende gar nicht zu
bitten. Im Gegenteil! Sie haben es als ein Vorrecht angesehen,
sich an der Hilfe für die Christen in Jerusalem beteiligen
zu dürfen. (nach Schlachter: "und baten uns mit vielem Zureden
um die Gnade, an dem Dienste für die Heiligen teilnehmen zu dürfen")
5. Sie haben sehr viel mehr getan, als wir jemals erwarten
konnten, denn sie opferten sich geradezu selbst. Zuerst
stellten sie sich dem Herrn zu Verfügung, danach auch uns.
Das taten sie im Gehorsam Gott gegenüber.
Diesen Reichtum an Frucht des Geistes vor Augen, wollte
Paulus auch den Korinthern einen solchen Segen aufschliessen.
2. Korinther 8, 6. Nach dieser Erfahrung habe ich Titus zugeredet,
dass er auch bei euch eine solche Sammlung
durchführt. Er hatte ja bereits damit begonnen und wird
dieses Liebeswerk bei euch bald zum Abschluss bringen. 7.
Ihr seid in so vielen Dingen überaus reich gesegnet: in eurem
Glauben, in der Verkündigung und Erkenntnis des
Wortes Gottes, in eurem Einsatz für den Herrn und durch
die Liebe, die wir in euch geweckt haben. Seht zu, dass sich
dieser Reichtum auch in eurer Hilfsbereitschaft für die
Gemeinde in Jerusalem zeigt.
Er stellt aber klar, dass dies kein Befehl ist, sondern eine Aufforderung.
Er redet ihnen zu, beinahe so, wie man kleinen
Kindern zuredet.
2. Korinther 8, 8. Natürlich will ich euch nichts befehlen.
Aber angesichts der Opferbereitschaft der anderen würde
ich gern sehen, wie echt eure Liebe ist. 9. Denkt daran, was
unser Herr Jesus Christus für euch getan hat. Er war reich
und wurde doch arm, um euch durch seine Armut reich zu
machen.
Obwohl es sich sogar herausstellt, dass bei der Sammlung nach
einem Jahr noch gar kein Geld zusammen gekommen ist, bleibt
Paulus dabei, dass er nicht fordert, sondern nur appelliert und
hofft, dass es diesmal doch noch klappt.
2. Korinther 8,10. Nach meiner Meinung kann es nur gut
für euch sein, wenn ihr nun endlich mit der Sammlung beginnt,
wie ihr es euch seit einem Jahr vorgenommen habt.
11. Nur solltet ihr diesmal die Sache auch tatsächlich zu
Ende führen, damit es nicht bei guten Vorsätzen bleibt.
Hier wird deutlich. Es gibt kein Mass für das Spenden; weder
den Zehnten noch sonst eines. Entscheidend ist vielmehr die
Einstellung beim Geben.
11b Gebt so viel, wie ihr geben könnt. 12. Wenn ihr wirklich
etwas geben wollt, dann ist es nicht entscheidend, wie
viel ihr geben könnt. Denn Gott wird eure Gabe nach dem
beurteilen, was ihr habt, und nicht nach dem, was ihr nicht
habt. 13. Ihr sollt nicht dadurch in Not geraten, weil ihr
anderen aus der Not helft. Es geht nur um einen Ausgleich.
Seite 7
14. Heute habt ihr so viel, dass ihr ihnen helfen könnt. Ein
andermal werden sie euch von ihrem Überfluss abgeben,
wenn es nötig ist. Das meine ich mit Ausgleich. 15. Erinnert
euch daran, was die Heilige Schrift dazu sagt: "Wer viel
sammelte, hatte nicht zuviel: und wer wenig sammelte, dem
fehlte nichts."
Ueber ganze zwei Kapitel lang redet Paulus den Korinthern zu.
Dabei zieht er wirklich alle Register, nie aber übt er Druck aus.
Zuerst erinnert er an das Beispiel der armen mazedonischen
Christen.
2. Korinther 9, 1. Über die Sammlung für die Gemeinde in
Jerusalem brauche ich wohl keine weiteren Worte zu verlieren.
2. Eure Bereitschaft zu helfen ist mir ja bekannt.
Schliesslich habe ich euch deswegen in den mazedonischen
Gemeinden schon gelobt und berichtet, dass ihr in der Provinz
Achaja bereits im vorigen Jahr mit der Sammlung begonnen
habt. Euer Beispiel hat viele angespornt.
Sodann stellt er ihnen die Blamage vor Augen, die sie erleben
würden, wenn es mit der Sammlung wieder nicht klappen
würde, denn er hatte ja überall davon erzählt. Die Sammlung
war aber nach einem Jahr noch immer nicht abgeschlossen,
Paulus spielt hier möglicherweise sogar darauf an, dass damit
noch nicht einmal ernsthaft begonnen wurde.
3. Ihr könnt jetzt beweisen, ob ich eure Hilfsbereitschaft
richtig eingeschätzt habe. Damit eure Sammlung nun auch
wirklich abgeschlossen wird, wie ich es überall erzählt habe,
schicke ich diese Männer zu euch. 4. Dann brauche ich
den Leuten aus Mazedonien, wenn sie mit mir nach Korinth
kommen, nicht beschämt einzugestehen, dass wir uns geirrt
haben, weil es mit eurer Opferbereitschaft nicht weit her
ist. Doch im Grunde müsstet ihr euch dann schämen.
Paulus fragt: „Wollt ihr, die reichen Korinther wirklich als
Geizhälse vor den armen mazedonischen Christen dastehen,
die von dem Wenigen was sie besitzen, mehr gaben als ihr?“
5. Deshalb hielt ich es für zweckmässig, die Brüder vorauszuschicken,
damit sie dafür sorgen, dass die von euch zugesagte
Spende auch wirklich bereitliegt. Es soll doch eine
reiche Liebesgabe sein und keine Spende von Geizhälsen.
Freigebig und von Herzen sollen wir geben, damit Gott es
segnen kann.
6. Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch
wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten.
7. So soll jeder für sich selbst entscheiden, wieviel er geben
will, und zwar freiwillig und nicht, weil die anderen es tun.
Denn Gott liebt den, der fröhlich und bereitwillig gibt. (nach
Schlachter: "einen fröhlichen Geber hat Gott lieb"). 8. Er wird euch
dafür alles schenken, was ihr braucht, ja mehr als das. So
werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch
noch den anderen Gutes tun können. 9. Schon in den Psalmen
heisst es ja von dem Mann, den Gott reich beschenkt
hat: "Er hat viel gesät und von seiner reichen Ernte den
Armen abgegeben. Seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.
10. Gott aber, der dem Sämann Saat und Brot schenkt, wird
auch euch Saatgut geben. Er wird es wachsen lassen und
dafür sorgen, dass eure Opferbereitschaft Früchte trägt.
11. Ihr werdet alles so reichlich haben, dass ihr unbesorgt
weitergeben könnt. Ausserdem würden wir auf diese Weise
dazu beitragen, dass viele Gott danken. 12. Eure Gabe
hätte demnach zwei gute Auswirkungen: Sie wäre nicht nur
eine Hilfe für die notleidenden Christen in Jerusalem, sie
würde auch bewirken, dass viele Menschen Gott danken.
13. Denn für diese dringend benötigte Unterstützung werden
die Beschenkten Gott loben, weil ihr euch so treu zum
Evangelium von Jesus Christus bekennt und so bereitwillig
und freudig mit den Christen in Jerusalem und mit allen
anderen teilt. 14. Sie werden für euch beten und wären
gern mit euch zusammen, weil sich an euch die Gnade
Gottes auf so wunderbare Weise gezeigt hat. 15. Wir aber
danken Gott für seine unaussprechlich grosse Gnade.
Diese zwei Kapitel lassen sich in etwa so zusammenfassen:
- Geben ist für Christen eigentlich eine Selbstverständlichkeit,
denn es ist eine praktische Möglichkeit, ein Segen
zu sein.
- Geben ist somit immer auch ein Vorrecht, aber nur wenn
es freiwillig und von Herzen geschieht.
- Wir geben denen die Not leiden, wobei wir zuerst für unsere
nächsten Angehörigen schauen sollen, dann für unsere
Glaubensgeschwister und danach für andere Bedürftige.
- Wir geben den (tatsächlich) berufenen Dienern Gottes,
damit sie für ihren Dienst freigesetzt werden.
- Es gibt keinerlei Vorschriften darüber, nach welcher
Methode und wie viel wir geben sollen. Wir sollten aber
danach streben, Gott immer zuerst, freigebig und von unserem
Besten zu geben und nicht die Resten vom Vortag.
- Wie zu jedem anderen Dienst, brauchen wir auch zum
Geben Gottes Führung und Gnade, damit es Freude
macht und Frucht bringt. Starre Richtlinien oder gar eiserne
Gesetze hingegen dämpfen den Geist.
Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
Ist denn nun Zehntengeben eigentlich falsch?
Immer wieder bezeugen Christen, wie sie Segen erfahren
haben, weil sie den Zehnten gaben. Dies sei doch ein klarer
Beweis dafür, dass dies ein biblisches Gebot sei. Stimmt das?
Wer regelmässig Gott den Zehnten gibt, tut das tatsächlich
gemäss vieler der oben aufgelisteten biblischen Ordnungen:
- Er gibt Gott zuerst (nachdem er Einkommen erzielt hat.)
- Er gibt den Dienern Gottes, damit sie ihren Auftrag erfüllen
können.
- Er ist treu im Geben.
Damit sind schon einige wichtige Voraussetzungen für den
Segen erfüllt und Gott wird das auch belohnen, wenn es von
Herzen geschieht und nicht nur als ein Gebot, das man jeden
Monat abhakt, damit man seine Schuldigkeit getan hat.
Es verhält sich hier ähnlich wie mit dem Einhalten von Tagen
oder dem Essen gewisser Speisen. Paulus sagt dazu:
Römer 14, 5. Dieser achtet einen Tag höher als den andern,
jener hält alle Tage gleich; ein jeglicher sei seiner Meinung
gewiss! 6. Wer auf den Tag schaut, schaut darauf für den
Herrn, und wer nicht auf den Tag schaut, schaut nicht darauf
für den Herrn. Wer isst, der isst für den Herrn; denn er
dankt Gott, und wer nicht isst, der isst nicht für den Herrn
und dankt Gott.
Lehre und Praxis des Zehntengebens sind aber meist so, dass
sie den anderen Ordnungen Gottes entgegenstehen. Christen
werden nämlich durch sie gebunden, so dass sie nicht mehr frei
sind zu entscheiden, wieviel und wohin sie geben. Somit ist es
für sie auch kaum noch möglich, sich diesbezüglich vom Geist
Gottes leiten zu lassen.
Seite 8
DAS KÖNIGSRECHT
Menschenherrschaft statt Gottesherrschaft
Viele Christen sind also in Bezug auf den Zehnten in ihrem
Gewissen gebunden. Woher kommt das? Gibt es vielleicht
noch einen anderen Grund, weshalb von ihnen der Zehnte
eingefordert werden kann?
Gott hat zu allen Zeiten Menschen für spezielle Aufgaben
berufen. Otniel, Ehud, Debora, Barak, Gideon, Tola, Jair,
Jephtah, Ibzan, Elon, Abdon, Simson und Samuel; sie alle
waren von Gott gesalbte Richter über Israel, aber sie herrschten
nicht über das Volk. Als man Gideon anbot König zu werden,
hat er klar abgelehnt, weil er wusste, dass die Herrschaft über
Gottes Volk allein Gott gebührt.
Richter 8, 22. Da sprachen die Männer Israels zu Gideon:
herrsche über uns, du und dein Sohn und deines Sohnes
Sohn, weil du uns aus der Hand der Midianiter errettet
hast! 23. Aber Gideon sprach zu ihnen: Ich will nicht über
euch herrschen; mein Sohn soll auch nicht über euch herrschen,
der HERR soll über euch herrschen!
Das Volk Gottes aber verlangte einen König, um gleich zu sein
wie die Heiden ringsum. Dies war eine klare Absage an Gottes
Herrschaft. In ähnlicher Weise hat auch die Gemeinde des
neuen Bundes Könige über sich gesetzt, um sich so der Verantwortung
vor Gott zu entziehen.
1. Samuel 8, 4. Da versammelten sich alle Ältesten Israels
und kamen zu Samuel gen Rama 5. und sprachen zu ihm:
Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht
in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der
uns richte, nach der Weise aller andern Völker! 6. Dieses
Wort aber missfiel Samuel, da sie sagten: Gib uns einen
König, der uns richte! Und Samuel betete darüber zu dem
HERRN. 7. Da sprach der HERR zu Samuel: Gehorche der
Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn
sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich
nicht König über sie sein soll.
Obwohl es Gott weder im alten noch im neuen Bund wohlgefällig
war, hat er doch diesem Wunsch entsprochen und immer
wieder Menschen zu einem solchen Amt gesalbt. Samuel hatte
aber das Volk (und damit auch uns) vorher ausdrücklich vor
den weitreichenden Konsequenzen zu warnen:
1. Samuel 8, 9. So gehorche nun ihrer Stimme; doch verwarne
sie ausdrücklich und verkündige ihnen das Recht
des Königs, der über sie herrschen wird. 10. Und Samuel
sagte dem Volke, das einen König begehrte, alle Worte des
HERRN 11. und sprach: Das wird das Recht des Königs
sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er
nehmen und sie seinen Kriegswagen und seiner Reiterei
zuteilen und dass sie vor seinem Wagen her laufen; 12. und
dass er sie mache zu Obersten über Tausend und zu Obersten
über Fünfzig; und dass sie seinen Acker pflügen und
seine Ernte einbringen und dass sie ihm seine Kriegswaffen
und sein Pferdegeschirr anfertigen. 13. Eure Töchter aber
wird er nehmen und sie zu Salbenmischerinnen, Köchinnen
und Bäckerinnen machen. 14. Auch eure besten Äcker, eure
Weinberge und eure Ölbäume wird er nehmen und seinen
Knechten geben; 15. dazu wird er den Zehnten von eurer
Saat und von euren Weinbergen nehmen und ihn seinen
Kämmerern und Knechten geben. 16. Und er wird eure
Knechte und eure Mägde und eure schönsten Jünglinge und
eure Esel nehmen und sein Geschäft damit ausrichten. 17.
Er wird den Zehnten eurer Schafe nehmen, und ihr müsst
seine Knechte sein.
Der König würde sich von allem das Beste nehmen und sein
Geschäft damit ausrichten, also erst einmal für sich selbst
schauen. Er bekam von Gott grosse Privilegien und Rechte.
Im Klartext heisst das:
Der König hat die Vollmacht, vom Volk Gottes den
Zehnten zu nehmen und sie zu Knechten zu machen.
Wenn wir also Brüdern eine solch erhöhte Stellung geben,
brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie
Zehnten und Abgaben von uns fordern und über uns
herrschen. ! Sie haben dann das Recht dazu !
Samuel warnte deshalb das Volk auch, dass es später keinen
Sinn haben würde, sich bei Gott über den König zu beklagen,
denn sie wollten ja unbedingt einen haben.
1. Samuel 8, 18. Wenn ihr dann zu jener Zeit über euren
König, den ihr euch erwählt habt, schreien werdet, so wird
euch der HERR alsdann nicht erhören.
Gott sagte ihnen voraus, dass sie später unter dem König sehr
zu leiden hätten, ihn dann aber vergeblich deswegen anrufen
würden. Das Volk aber liess sich nicht warnen. Es wollte
gleich sein wie alle anderen Völker. Israel sollte aber eben
gerade anders, nämlich heilig sein.
1. Samuel 8, 19. Aber das Volk weigerte sich, die Stimme
Samuels zu hören, und sprach: Das tut nichts, es soll dennoch
ein König über uns sein, 20. dass auch wir seien wie
alle Nationen; unser König soll uns richten und vor uns
herziehen und unsere Kriege führen!
Gott wusste um diese Schwäche seines Volkes und dass es
Könige über sich setzen würde. Deshalb mahnte er sie schon
im Voraus durch Mose, das Königtum klein zu halten um
wenigstens keine allzu grosse Menschen-Herrschaft aufkommen
zu lassen.
5. Mose 17, 14. Wenn du in das Land kommst, das der
HERR, dein Gott, dir geben wird, und es einnimmst und
darin wohnst und alsdann sagst: «Ich will einen König
über mich setzen, wie alle Völker, die um mich her sind!»
15. so sollst du den zum König über dich setzen, den der
HERR, dein Gott, erwählen wird. Aus der Mitte deiner
Brüder sollst du einen König über dich setzen; du kannst
keinen Fremden, der nicht dein Bruder ist, über dich setzen.
16. Nur soll er nicht viele Pferde halten und das Volk nicht wieder nach Ägypten führen, um die Zahl seiner Pferde zu vermehren, da doch der HERR euch gesagt hat: Ihr sollt nicht mehr dorthin zurückkehren! 17. Er soll auch nicht viele Weiber nehmen, damit sein Herz nicht auf Abwege gerate; auch soll er sich nicht zu viel Silber und Gold sammeln.
Aber bereits Israels dritter König Salomo tat in allem genau
das Gegenteil. Er verschaffte sich sehr viel Silber und Gold,
Frauen und Pferde. Gleicherweise sammelten die mächtig
gewordenen Führer der christlichen Kirche schon bald eine
enorme Fülle von Pracht und Reichtum.
1. Könige 11, 1. Aber der König Salomo ..3.. hatte siebenhundert
fürstliche Frauen und dreihundert Nebenfrauen.
2. Chronik 9, 13. Das Gewicht des Goldes aber, das dem
Salomo in einem Jahre einging, betrug 666 Talente
Gold,..17. Und der König machte einen grossen Thron von
Elfenbein und überzog ihn mit reinem Gold... 20. Und alle
Trinkgeschirre des Königs Salomo waren golden, und alle
Geschirre im Hause vom Libanonwald feines Gold; denn zu
Salomos Zeit wurde das Silber für nichts gerechnet... 25.
Und Salomo hatte viertausend Pferdestände und Wagen
und zwölftausend Reiter. ... 27. Und der König machte,
dass es zu Jerusalem so viel Silber gab wie Steine.
Salomos prunkvolles Mega-Königtum war eine der Hauptursachen
für ein Gericht mit sehr weitreichenden Auswirkungen,
Seite 9
denn nach seinem Tod wurde das Volk Israel zerteilt und ist es
bis heute geblieben. Das menschliche Königtum stärkt also
keineswegs die Einheit, sondern zerstört sie! Auch die
vielfältigen Spaltungen im Leib Jesu begannen mit der unverhältnismässigen
Erhöhung einzelner Brüder.
1.Korinther 1, 10. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft
des Namens unsres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einerlei
Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein
lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung
und in derselben Meinung. 11. Mir ist nämlich, meine Brüder,
durch die Leute der Chloe bekanntgeworden, dass
Zwistigkeiten unter euch sind. 12. Ich rede aber davon,
dass unter euch der eine spricht: Ich halte zu Paulus; der
andere: Ich zu Apollos; der dritte: Ich zu Kephas; der
vierte: Ich zu Christus! 13. Ist Christus zerteilt?
Dies führte später zum Klerus-Laien-System, das heute noch in
vielen Gemeinschaften unbemerkt den Teig durchsäuert. Dadurch
wird der Leib Christi zerteilt in solche, die einen niedrigeren
und andere, die einen höheren Stand haben und so im
Namen Gottes wie Könige über ihre Brüder herrschen. Das
sind dann aber nicht immer die Besten, sondern meistens
solche, die ihren eigenen Vorteil suchen. Paulus klagt:
Philipper 2, 21. denn sie suchen alle das Ihre, nicht das,
was Christi Jesu ist!
Warum das so ist, wird uns mit einem Gleichnis illustriert.
Richter 9, 8. Die Bäume gingen hin, um einen König über
sich zu salben, und sprachen zum Ölbaum: Sei unser König!
9. Aber der Ölbaum antwortete ihnen: Soll ich meine
Fettigkeit lassen, die Götter und Menschen an mir preisen,
und hingehen, um über den Bäumen zu schweben? 10. Da
sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du und sei
König über uns! 11. Aber der Feigenbaum sprach zu ihnen:
Soll ich meine Süssigkeit und meine gute Frucht lassen und
hingehen, um über den Bäumen zu schweben? 12. Da sprachen
die Bäume zum Weinstock: Komm du und sei unser
König! 13. Aber der Weinstock sprach zu ihnen: Soll ich
meinen Most lassen, der Götter und Menschen erfreut, und
hingehen, um über den Bäumen zu schweben? 14. Da sprachen
alle Bäume zum Dornbusch: Komm du und sei König
über uns! 15. Und der Dornbusch sprach zu den Bäumen:
Wollt ihr mich wirklich zum König über euch salben, so
kommt und nehmt Zuflucht unter meinem Schatten! Wo
nicht, so gehe Feuer aus vom Dornbusch und verzehre die
Zedern Libanons!
Mit anderen Worten; Wer gute Frucht bringt hat Besseres zu
tun, als König zu werden. Der Ausdruck „die Frucht lassen,
um über den Bäumen zu schweben“, weist darauf hin, dass
jemand der über seine Brüder herrscht den Boden unter den
Füssen verliert. Seine Wurzeln sind dann in der Luft, wodurch
er unfruchtbar wird und verdorrt. Wer aber wie der Dornbusch
ohnehin keine Frucht bringt, den stört das natürlich nicht. Er
verlangt zudem strikte Gefolgschaft von seinen Brüdern, ansonsten
droht er ihnen mit Gericht und Verdammnis. („Wo
nicht, so gehe Feuer aus vom Dornbusch und verzehre die
Zedern Libanons“) Vom Dornbusch geht aber früher oder
später auf jeden Fall Feuer aus, weil er wegen seiner Unfruchtbarkeit
dem Feuer übergeben wird.
Matthäus 3, 10. Es ist aber schon die Axt an die Wurzel der
Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht
bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
Von solchen spricht Jeremia wenn er klagt:
Jeremia 5, 26. Denn unter meinem Volke finden sich Gottlose;
sie liegen auf der Lauer, ducken sich wie Vogelsteller;
sie stellen Fallen, um Menschen zu fangen. 27. Wie ein Käfig
voller Vögel geworden ist, so haben sich ihre Häuser
mit Betrug gefüllt; auf solche Weise sind sie gross und
reich geworden! ... 30. Entsetzliches und Abscheuliches geschieht
im Lande: 31. Die Propheten weissagen falsch, und
die Priester herrschen mit ihrer Unterstützung; und mein
Volk liebt es so!
Wegen der Neigung, Könige über sich zu setzen, wird auch das
Volk des neuen Bundes oft Opfer solcher Herrscher im religiösen
Gewand. Vielen ist das aber lieber, als selber ihre Verantwortung
vor Gott wahrzunehmen. Paulus stellt erschüttert fest:
2. Korinther 11, 20. Ihr ertraget es ja, wenn euch jemand
knechtet, wenn euch jemand aufzehrt, wenn jemand von
euch nimmt, wenn jemand sich überhebt, wenn euch jemand
ins Gesicht schlägt.
Er ermahnt darum:
Galater 5, 1. Für die Freiheit hat uns Christus befreit; so
stehet nun fest und lasset euch nicht wieder in ein Joch der
Knechtschaft spannen!
und erinnert uns:
1. Korinther 7, 23. Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der
Menschen Knechte!
Denen aber, die über das Volk Gottes herrschen wollen,
sollen wir uns auf keinen Fall unterwerfen.
Galater 2, 4. Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder
betrifft, die sich eingedrängt hatten, um unsere Freiheit
auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit
sie uns unterjochen könnten, - 5. denen gaben wir auch
nicht eine Stunde nach, dass wir uns ihnen unterworfen
hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen
bliebe.
Die Königsherrschaft Gottes durch das Gesetz des Geistes
Wenn nun der Herr selber König über die Gemeinde ist, wie
sind dann die Anweisungen über die Unterordnung zu verstehen?
Sind wir nicht den leitenden Brüdern gegenüber zum
Gehorsam verpflichtet? Was bedeutet das Königtum Gottes
praktisch für uns?
In gleicher Weise wie beim Geben ist auch die rechte Unterordnung
nicht eine Sache des Reglements, sondern der freiwilligen
Hingabe, denn geistliche Dinge sind nutzlos für fleischliche
Menschen.
1. Korinther 2, 13. und davon reden wir auch, nicht in
Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern
in solchen, die vom Geist gelehrt sind, indem wir
Geistliches geistlich beurteilen. 14. Der seelische Mensch
aber nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes ist; denn es ist
ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es
geistlich beurteilt werden muss.
Wer sind also die, denen wir uns unterordnen sollen und was
ist das Wesen ihrer Leiterschaft?
Wir sollten uns nur denen unterordnen, die offensichtlich im
Auftrag und in der Salbung des Herrn arbeiten. Solche, die uns
durch ihr Beispiel im Dienst und im Kampf voran gehen,
sollten wir uns zum Vorbild nehmen.
1. Korinther 16, 15. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Ihr
kennet das Haus des Stephanas, dass es die Erstlingsfrucht
von Achaja ist, und dass sie sich dem Dienste der Heiligen
gewidmet haben; 16. seid auch ihr solchen untertan und einem
jeden, der mitwirkt und arbeitet.
Solchen sollen wir uns unterordnen und diejenigen anerkennen,
deren Dienst uns wirklich erbaut.
1. Korinther 16, 17. Ich freue mich aber über die Ankunft
des Stephanas und Fortunatus und Achaikus; denn diese
haben mir ersetzt, dass ich euer ermangeln muss;18. denn
sie haben meinen Geist und den eurigen erquickt. Darum
erkennet solche Männer an!
Seite 10
Echte Leiterschaft erweist sich letztlich nur durch die entsprechenden
Werke und Früchte des Geistes und nicht durch Gaben
die man hat, oder Ämter, in die man von Menschen versetzt
worden ist. Darüber hinaus lebt in jedem von uns der
Herr, dessen Gegenwart uns mit Ehrfurcht erfüllen sollte.
Deshalb will Jesus auch durch jedes Glied in seinem Leibe
wirken, ermahnen und zu uns reden. Wenn wir die volle Bedeutung
dieser Tatsache erkennen, werden wir auch die
scheinbar geringen Geschwister entsprechend hoch achten und
uns ohne Ansehen der Person durch Gottes Geist einander
gegenseitig unterordnen.
Philipper 2,1. Gibt es nun irgendwelche Ermahnung in
Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft
des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, 2. so machet
meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche
Liebe habet, einmütig und auf eines bedacht seid, 3.
nichts tut aus Parteigeist oder eitler Ruhmsucht, sondern
durch Demut einer den andern höher achtet als sich selbst.
Epheser 5, 21. und seid dabei einander untertan in der
Furcht Christi.
Die Ältesten aber werden ermahnt, keine Herrschaft auszuüben,
sondern den Geschwistern als Vorbilder zu dienen. Der
Schlüssel dazu ist immer die Demut.
1. Petrus 5, 1. Die Ältesten unter euch ermahne ich nun als
Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, aber auch als
Mitgenosse der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll:
2. Weidet die Herde Gottes bei euch, nicht gezwungen,
sondern freiwillig, nicht aus schnöder Gewinnsucht, sondern
aus Zuneigung, 3. Nicht als Herrscher über die euch
zugewiesenen [Seelen], sondern als Vorbilder der Herde!
4. So werdet ihr, wenn der Oberhirt erscheint, den unverwelklichen
Ehrenkranz davontragen!
Das hat auch Jesus klar gelehrt.
Markus 10, 42. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu
ihnen: Ihr wisset, dass diejenigen, welche als Herrscher
der Völker gelten, sie herrisch behandeln und dass ihre
Grossen sie vergewaltigen. 43. Unter euch aber soll es
nicht so sein; sondern wer unter euch gross werden will,
der sei euer Diener, 44. und wer unter euch der Erste sein
will, der sei aller Knecht. 45. Denn auch des Menschen
Sohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern
um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld
für viele.
Wenn die Ältesten dienen, anstatt zu herrschen, macht es für
die, die jünger im Glauben sind auch Sinn, sich ihrer Führung
zu unterordnen. Dies geschieht dann aus freier Entscheidung
und ohne Zwang.
1. Petrus 5, 5. Gleicherweise ihr Jüngeren, seid untertan
den Ältesten; umschürzet euch aber alle gegenseitig mit der
Demut! Denn «Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den
Demütigen gibt er Gnade». 6. So demütiget euch nun unter
die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner
Zeit!
Die Unterordnung in der Gemeinde Gottes funktioniert also
nur mit geistlich gesinnten Menschen. Knechtischer Gehorsam
aber ist für Gottes Werk genauso wertlos wie eine freudlose,
erzwungene Geldspende. Beides bringt keine Frucht. Niemand
hat darum das Recht, von denen, die der König selber mit
seinem Blut erkauft hat, Gehorsam zu fordern. Hier ist kein
Raum für Menschen-Herrschaft, denn der Messias Jeschuah
hat uns freigesetzt, damit wir in seiner Fülle die Werke tun
können, die er für uns vor Grundlegung der Welt vorbereitet
hat. Nur darin, und nicht im Gehorsam gegenüber Menschen
finden wir erfülltes Leben.
___________________________________________________________________________
Diese Schrift kann die Gottesherrschaft und das menschliche Königtum in der Gemeinde einander nur in groben Zügen gegenüberstellen. Sie ist auch keine systematische Untersuchung, sondern eher ein Bibelstudium zu diesem Thema. Sie soll aber dazu ermutigen, das Joch der Menschen-Herrschaft im Leibe Christi abzulegen und ein Neues zu pflügen. Der durch die Vermischung sauer gewordene Teig soll weggetan werden, um Raum zu schaffen für einen neuen, reinen Anbruch. So wird der Leib Christi freigesetzt für seine Berufung, der Welt durch Liebeswerke die Königsherrschaft Gottes zu bezeugen.
Johannes 8, 32. und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
_______________________________________________
Diese Schrift darf frei vervielfältigt und veröffentlicht werden, sofern dies nicht kommerziellen Zwecken dient und der Text vollständig und ohne Kürzungen wiedergegeben wird. Alle anderen Verwendungen erfordern die ausdrückliche Einwilligung des Autors Daniel Seidenberg. Wo nichts anders vermerkt ist, wurde die Uebersetzung von Eugen Schlachter verwendet.
Daniel Seidenberg jüdisch-messianische Schriften, Musik- und Lehr-Dienste, Zelgistrasse 28, CH-8266 Steckborn Tel. 052 770 22 -50 Fax -54
Dieser Dienst ist unabhängig und wird nur durch Spenden getragen. SFr.-Kto. PC 90-736607-6 / Euro-Kto. 216 953 916, Volksbank Konstanz BLZ 692 910 0
****

 

 


Königtum oder Gottes Herrschaft
Über das Zehntengeben und die Unterordnung

Preis: € 3.50Bestellmöglichkeit auf der Website

 

 

 

Gästebuch 

charismatiker  glaube  10gebote    der-weg-    links    israel      sex   sabbat    taufe    buecher   dreieinigkeit   lesebriefe  biblischefeste  der-zehnte   charismatiker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

,

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!